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Nominierung Dezember 2012: Stephan Hagenow: Kommissar Fröhlich „Die Mystery-Fälle“

Stephan Hagenow: Kommissar Fröhlich „Die Mystery-Fälle“ (EPSILON)

Nominierung Dezember 2012Nach acht Fällen bei Gringo und fünf Kurzgeschichten im ZACK hat Kommissar Fröhlich es geschafft. Er erscheint nun bei Epsilon und zum ersten mal im Albenformat, mit 48 Seiten Umfang und zudem noch in Farbe. Die 48 Seiten von Fröhlichs erstem Album bestehen aus sieben Kurzgeschichten, von denen 5 vorher schon im ZACK zu lesen waren, die verbleibenden zwei Storys gibt es allerdings nur ganz exklusiv in diesem Album.
„Kommissar Fröhlich“! Was für ein Name! Irgendwie fühle ich mich bei diesem vermeintlich sprechenden Namen an den ebensolchen des Hauptmanns FUCHS aus dem DDR-„Polizeiruf 110“ erinnert. Doch: weit gefehlt! Nomen ist hier beileibe nicht Omen für einen frohgemuten Ermittler.
Fröhlich hat so GAR nichts an sich, was ihn sympathisch machen könnte, er raucht Kette, nimmt dabei selbst vor Kindern oder Asthmatikern keine Rücksicht, ernährt sich von Tiefkühlkost oder an Imbissbuden und ist beständig am Lamentieren über seine Exfrauen.
Klar, kauzige, mürrische oder exzentrische Kommissare kennt man in der Literatur zuhauf. Meist umschwebt diese aber auch ein Hauch von Anziehungskraft, Genialität oder Charme.
Stephan Hagenow ist in dieser Hinsicht konsequenter. Fröhlich geht eigentlich GAR nicht. Seine Fälle werden gelöst, ja, doch, meist jedoch sogar ohne sein Zutun, allenfalls ist es sein „Sidekick“ Tumba, der tatenreich einspringt.
Vielleicht ist es gerade DAS, was das Lesevergnügen von „Kommissar Fröhlich“ ausmacht. Dass man eben auch als ein „Typ“ wie dieser Erfolg haben kann…
Die im Band versammelten „Mystery-Fälle“ strotzen von Skurrilität, es geht um krakenartige Toilettenmonster, Knochenmark saugende Geister oder auch Parallelwelten in den Tiefen einer Badewanne. So skurril wie der Kommissar, so skurril auch dessen Abenteuer, die als Einheit das Lesevergnügen ausmachen.
Wir gratulieren zur Nominierung!
EPSILON VERLAG, 48 Seiten, HC, 29,7 x 22,6 cm, vf, Altersempfehlung: ab 16. ISBN: 978-3-86693-217-3

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Nominierung Dezember 2012