Schlagwort-Archive: 2015

Werbung für den Comicgarten bei City Comics Leipzig:

Nach der erfolgreichen Pressekonferenz gab es gestern noch mehr öffentlichkeitswirksame Tätigkeiten. Klammheimlich und trotz des Dauerregens ist ins Schaufenster von City Comics Leipzig eine bunte Gartenatmosphäre mit viel Grün eingezogen.

Ab sofort könnt ihr das Ergebnis vor Ort bestaunen. Wwenn euch das Wetter oder der Weg abschreckt, euch hier einen Eindruck verschaffen:

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Schaufenstergestaltung City Comics 2015

Comicgarten_2015_Schaufenster_CityComics_2 Schaufenstergestaltung City Comics 2015

Vielen Dank an das Team von City Comics, dass uns jedes Jahr unterstützt und uns erlaubt, ihr Schaufenster in Beschlag zu nehmen.

Pressekonferenz 2015 – Comicgarten Leipzig

Heute fand unsere Pressekonferenz für den 06. Comicgarten im Siegismund statt. Aufgrund des schlechten Wetters haben wir uns diesmal nicht draußen, sondern im Gastraum getroffen. Dort standen Stefan Pannor und Madeleine Helbig als Organisatoren den Journalisten Rede und Anwort und stellten das aktuelle Programm für den diesjährigen Comicgarten vor.

Als Unterstützer waren außerdem der Künstler Schwarwel, Sandra Strauß vom Glücklichen Montag, Sebastian Röpke (Inhaber Comic Combo Leipzig), der Künstler Falk Hühne (Ulkbär) und Thomas Wilde vor Ort. Ganz besonderen Dank richten wir an Sandra und Schwarwel, die mit köstlichen Leckereien für das leibliche Wohl gesorgt haben.

Die ersten Eindrücke von unserer Pressekonferenz in Bildern:

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Pressekonferenz Fotoshooting_Pressekonferenz_thowiMappen_Pressekonferenz

Den Beitrag von info-tv findet ihr unter http://www.info-tv-leipzig.de/mixed/allgemeines/comic-garten-2015/

Vielen Dank an alle Beteiligten!

 

Pressetext und druckfähige Bilder befinden sich hier.

Nominierung 2015 (4): Peter Puck „Rudi – Fett & komplett“

Dieser Band belegt, wie sehr Peter Puck der Comiclandschaft fehlt. Vor rund zehn Jahren beendete er seine monatlichen „Rudi“-Strips, die davor fünfzehn Jahre in diversen Stadtmagazinen gelaufen waren.

Anfangs noch deutlich geprägt von der Underground-Szene der Siebziger- und Achtzigerjahre, mit deutlichem Sponti- und Anarchohumor, entwickelte Puck die Abenteuer des ewigen Punk Rudi nicht nur grafisch innerhalb weniger Jahre bis in atemberaubende Höhen fort, sondern mehr noch erzählerisch: ausgehend von einem festen Figurenpersonal, wurden die Strips zur Chronik des deutschen Zeitenwandels in den Neunzigerjahren, von galligem, zynischen und tiefschwarzen Humor, der vor allem in den Dialogen zum Ausdruck kam, mit denen Puck jede einzelne seiner penibel durchkonstruierten Seiten zufplasterte.

Kein deutscher Comic vor oder nach „Rudi“ hat die Gagdichte jener Onepager erreicht, die sich in extrem kompakt verstautem und verschachteltem Bild- und Wortwitz zeigte. (Einzig Fils „Didi und Stulle“ kommt dem vielleicht halbwegs nahe.) Puck, schon zu Laufzeiten des Strips erfolgreicher Grafiker, hat sich inzwischen ganz vom Comic losgesagt.

Einziger neuer Beitrag des Buches: eine Rahmengeschichte, in deren Verlauf eine Vielzahl Zeichner Puck Tribut zollen, und die – wie passend! – mit einem leeren Panel endet. Wirtschaftlich ist Pucks Entscheidung im Comicentwicklungsland Deutschland nachvollziehbar. Als Comicfan möchte man jedoch rufen: Herr Puck, kommen Sie zurück, wir brauchen Sie!

rudi-gartenzwerg

 

(Stefan Pannor)

Egmont Comic Collection, 368 S.; € 39,99
http://www.peter-puck.de/pp_home.html
http://www.rudi-comic.de/

Nominierung 2015 (3): Thomas Bunk – „Von Berlin Nach New York“

Schon der Tonfall klingt märchenhaft: „Noch vor Berlin, da lebte ich in Hamburg.“

Das „ich“ ist Tomas Bunk, und das Unglaubliche kommt danach: wie er sich vom Berliner Bohemé und Hinterhofkünstler zum international gefragten Illustrator hocharbeitet, der nicht nur dabei war, als sich eine deutsche Underground-Comic-Szene entwickelte, sondern später sogar direkt in Amerika für „MAD“ und Art Spiegelmans „RAW“ arbeitete (was er heute noch tut).

In Deutschland galt Bunk trotz beachtlicher Erfolge in den Achtzigerjahren lange Zeit als vergessen, erst der Abdruck von zwei Staffeln autobiographischer Strips 2008 und 2014 in der FAZ brachte ihn wieder ins Gedächtnis der hiesigen Comiclandschaft. Es sind die Strips, die in diesem Buch gesammelt sind, und sie beweisen Bunk als Bindeglied zwischen amerikanischen Comicrevoluzzern wie Crumb und Shelton einerseits und deutschen Wilden wie dem frühen Volker Reiche und Bernd Pfarr andererseits (beide treten im Band auf), der nicht nur Erstaunliches zu erzählen hat, sondern auch extrem versiert darin ist, es zu tun. Ohne antiquiert zu wirken, atmen die Strips den Geist und die Wildheit der Siebziger- und Achtzigerjahre, gleichzeitig eine erzählerische Frische und Unschuld, die mancher allzusehr durchdachten modernen Graphic Novel fehlt. Ein witziges, konzentriertes, vor allem aber sehr amüsantes Lesevergnügen.

(Stefan Pannor)

Bung-Gartenzwerg

Comicplus+, 64 S.; €9,00
http://bunkart.blogspot.de/

2015 dabei: Josephine Mark (Puvo Productions)

Auch in diesem Jahr begrüßen wir Josephine Mark im Comicgarten Leipzig.

Sie arbeitet als Grafikerin und Illustratorin in Leipzig. Seit 2006 veröffentlich sie Cartoons und Comicstrips unter dem Label puvo productions. Zum Comicgarten hat sie wieder ihre magische Schublade voller Cartoons zum Mitnehmen dabei – extra aufgefüllt mit neuen Motiven – und den druckfrischen Cartoonkalender 2016.

Josephine Mark_selbstportraet

Fluchhörnchen von Josephine Mark

Fluchhörnchen von Josephine Mark

Website: puvoproductions.com

Facebook: facebook.com/puvoproductions

Nominierung Februar 2015: Sandy Schmied/André Martini: Leipzig: Stadtführer für Kinder

nominierungmartiniLangweilige Stadtführer für Kinder waren GESTERN! Sandy Schmied/André Martini: Leipzig: Stadtführer für Kinder
„Schluss mit Langeweile! Wir gehen auf Entdeckungstour!“ Dieser Band macht auf unterhaltsame Weise mit der Stadt vertraut und ist der ideale Begleiter in Sachen Spiel und Spaß. Er enthält Bilder und Geschichten der Stadt, außerdem Aufgaben und Rätsel und führt zu den Lieblingsorten kleiner Leipziger: an die Badeseen, zum Kletterwald, in den Park oder eines der Museen. Spielerisch wird die Umgebung erforscht, in den Passagen der Innenstadt oder dem Clara-Zetkin-Park. Kennenlernen kann man bei dieser Leipzig-Tour stadtbekannte Leute und viele spannende Orte.“
So weit der schlichte Backcovertext dieses Stadtführers für Kinder. Und nun fragt man sich mehr oder weniger besorgt: Fällt den Comicgärtnern nichts mehr ein? Ein Kinderstadtführer? Ist das noch Comic?
Und ich gebe zu: Ganz uneigennützig ist diese Nominierung nicht, geht es doch diesmal einfach mal um die STADT DES COMICGARTENS, um LEIPZIG.
Und ANDERS als andere Festivals mit ihren Nominierungen waren wir schon IMMER, wollen wir auch sein…!
Dieses Buch ist besonders. Man merkt der Autorin, Sandy Schmied, und dem Zeichner, André Martini, an, dass sie sich einfach mal in ihrer Stadt auskennen, sie (er)leben. Die Locations, welche die Beiden hier ausgewählt haben, sind genau die, die man selbst als liebenswert empfindet und da ist eben nicht nur von Bekanntem die Rede, vom Zoo oder Belantis, sondern auch bspw, von „Zierlich Manierlich“, einem eher unscheinbaren, aber verträumten (DOCH! Das gibt es!) Imbisswagen am Richard-Wagner-Hain. Sandy arbeitet u.A. für ein Leipziger Stadtmagazin und André ist für mich einer der BESTEN, aber leider (noch?) zu Unrecht unterrepräsentierten Comiczeichner Leipzigs. Und da schließt sich der Kreis: Martinis klarer Comicstrich prädestiniert den Kinderstadtführer geradezu für eine Nominierung für unseren Goldenen Comicgartenzwerg!
Kleiner Wermutstropfen: Die Russische Kirche wird erwähnt und gezeigt, unser COMICGARTEN am gleichen Ort )noch) nicht. KAUFT das Buch, eine Neuauflage KÖNNTE das ändern!
Wir gratulieren zur Nominierung!
thowi

Edition Leipzig; ISBN-10: 3361007097, 80 Seiten, EUR 14,95

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Frühblüher

flyer116Ihr habt es bemerkt? Es wird Frühling! Die Tage werden länger, die Cosplaykostüme knapper und im GARTEN sprießen die Frühblüher. Und hier sind nun die ersten FRÜHBLÜHER des Leipziger Comicgartens. Diese Flyer werden vom 12. bis 15. März 2015 auf der Leipziger Buchmesse als ERSTE von unserer großen „Comicparty“ im September künden. Danke an den SCHÖPFER Chris Schlag für die Gestaltung und an den ANDEREN SCHÖPFER, dass er es wieder Frühling werden lässt. Ihr könnt uns helfen, wenn ihr euch die Flyer herunter ladet, sie ausdruckt und/oder auf euren Websites zeigt. Im pdf-Format: VORDERSEITE und RÜCKSEITE. DANKE und bleibt auch weiter schön frühlingshaft!

Nominierung Dezember 2014: Ulf K.: Geschichten vom Herrn Keuner

nominierungkeunerBertolt Brecht und Ulf K.

Geschichten vom Herrn Keuner

Er sei „der größte Dramatiker des 20. Jahrhunderts“, sagte Marcel Reich-Ranicki einst über Bertolt Brecht. Und Ranicki, der größte Literaturkritiker des 20. Jahrhunderts, kannte sich schließlich aus.

Otto Normalverbraucher hingegen kann sich vielleicht gerade noch dunkel daran erinnern, während der Schulzeit irgendwas von Brecht gehört und, wenn es gut kommt, gelesen zu haben. Bei der „Dreigroschenoper“ fällt dann der Groschen. Eventuell auch bei „Mutter Courage“ und „Frau Carrar“.

Wer im Osten Deutschlands aufwuchs, schmetterte womöglich zum 1. Mai „Vorwärts und nicht vergessen, worin unsre Stärke besteht…“ – Brechts „Solidaritätslied“ (vertont von Kurt Eisler) aus dem Film „Kuhle Wampe“, bei dem Brecht am Drehbuch mitschrieb.
„Man muss schon Schnaps getrunken haben, eh man vor deinem Leibe stand, sonst schwankt man ob der trunknen Gaben, von schwachen Knien übermannt…“ – auch das ist Bertolt Brecht, der 1997 Dank Udo Lindenbergs musikalischer Interpretation seiner Liebesgedichte nicht zum ersten Mal Einzug in die Popkultur hielt.

So langsam schwant einem: Auch wenn man kein Theater- oder Literaturfachmann ist, kennt man doch mehr vom Brechtschen Werk, als man zu hoffen wagte.

Und nun begegnet uns Brecht sogar in Comicform wieder. Der großartige Ulf K., Grafiker, Comiczeichner und selbst ein grandioser Geschichtenerzähler, hat es geschafft, Brechts philosophische Texte um den fiktiven Herrn Keuner bildlich in Szene zu setzen. Mit seinen gewohnt charmanten klaren Zeichnungen gelingt es Ulf K. ausgezeichnet dem Leser aufzuzeigen, wie aktuell Brechts Gedanken, die er vor mehr als einem halben Jahrhundert Herrn Keuner in den Mund legte, heute noch sind und auch in Zukunft sein werden.

Von den insgesamt 87 Keunergeschichten hat Ulf K. 34 adaptiert. Darunter sind 4 Geschichten vom Herrn Keuner, die Ulf K. selbst mit einem Titel versehen hat, da dieser bei Brecht bislang fehlte. Erschienen sind die Comics erstmals in Stripform im Feuilleton der F.A.Z. vom September 2013 bis zum Januar 2014.

Und wie sieht er nun aus, dieser Herr Keuner? Na klar – wie eine perfekte Bertolt-Brecht-Comicfigur! Und somit setzt Ulf K. dem größten Dramatiker des 20. Jahrhunderts ein rundum gelungenes Denkmal.

Wir gratulieren zur Nominierung!

ali

Erschienen: 18.08.2014
suhrkamp taschenbuch 4517
Klappenbroschur, 133 Seiten
ISBN: 978-3-518-46517-2
www.suhrkamp.de/graphic-novel/ulf-k/geschichten-vom-herrn-keuner_1225.html

leseprobe

Nominierung November 2014: Jörg Buttgereit „Captain Berlin“ (2)

cptblnDAS muss einer von den Comics sein, vor denen uns unsere Eltern und Lehrer immer gewarnt haben, einer der Gründe, weshalb Schultaschen auf Schund- und Schmutzliteratur untersucht worden sind, weswegen Tauschaktionen gegen „gute Literatur“ ins Leben gerufen wurden oder das Streichholz an den Comicscheiterhaufen gehalten wurde:
JÖRG BUTTGEREITS „CAPTAIN BERLIN“! Ein Heft, das von Gewalt, Sex und (nicht mal Neo-) Nazis trieft! Doch HALT! Es stammt nicht aus den Fünfzigern! NOCH wurden keine klugen Aufsätze darüber verfasst, so wie damals, als Donald Duck in „Der Fuehrer’s Face“ seinen Beitrag zum Ende des zweiten Weltkrieges leistete. Das hier ist Past-Fiction, erschienen 2014!

In CAPTAIN BERLIN #2 geht es weiter mit der Geschichte des Superhelden … Der grause Germanikus marschiert, wenn Hitler befiehlt: „CAPTAIN BERLIN muss sterben!“
Außerdem im Heft: Ein Jahrhundert lang war sein Leichnam eine museale Kuriosität … doch nun versuchen geheimnisvolle Mächte sich seiner zu bemächtigen! Was geht vor in London? Erfahrt es in CAPTAIN BERLIN und der Elefantenmensch!

Das hat doch alles, was man sich wünscht, wenn man einfach mal gut unterhalten sein möchte: Ein wenig Schocker, ein wenig Horror und ganz viel Retro. Das hat keinen Graphic-Novel-Tiefgang, lässt uns aber amüsiert zurück und ist genau das Richtige für alle, die auf Superheldenklischees, Trash und Pulp stehen. Und Gottseidank sind das immer noch GANZ VIELE Comicfans.      -thowi-

Wir gratulieren zur Nominierung!

Autor: Jörg Buttgereit
Illustrator: Rainer F. Engel, Martin Trafford, Fufu Frauenwahl
Herausgeber: Levin Kurio
Verlag: Weissblech Comics
Format: broschiert
Seitenzahl: 36
Erschienen: Oktober 2014
ISBN 13: 978-3869590325

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