Archiv der Kategorie: Der Goldene Gartenzwerg

Die Nominierungen für den goldenen Gartenzwerg und die Präsentation des/der Gewinner und In.

Nominierung 2015 (6): Marvin Clifford – Schisslaweng

Es gibt ein Leben abseits der Comicszene. Schwer vorstellbar?

Hier der Beweis: als 2014 die Vorabstimmung über den besten Online-Comic für den Max-& -Moritz-Preis des Comicsalon Erlangen gestartet wurde, flutete eine Vielzahl Fans die Abstimmung und votierte für „Schisslaweng“. Ein Strip, der bis dahin in der Comicszene nur begrenzt Aufmerksamkeit erhalten hatte, sich aber, heimlich wie unermüdlich, eine gewaltige Fanbase aufgebaut hatte.

Zurecht, natürlich. Clifford, Berliner, attraktiv, jung, erzählt ganz unverblümt davon, wie es ist, Berliner, attraktiv und jung zu sein – und das Ergebnis ist nicht nur hochkomisch, sondern trifft auch den Nerv der Netizens (und das sind ja heutzutage fast alle) unter 30. Ungewöhnlich für Webstrips: nicht die Pointe steht im Mittelpunkt, sondern der Weg dahin, die verschiedensten Irrungen und Wirrungen durch das Chaos namens Alltag, die sich nicht zuletzt durch Spielereien mit dem Format, hohe, quere und überaus verquere Panels darstellen. Auch das macht Clifford nebenher, er erweitert die Formatsprache des deutschen Webcomics. Aber das wäre egal, wenn „Schisslaweng“ nicht so gnadenlos lustig wäre. Was er zum Glück jedoch ist.

 
SCHISSLAWENGBAND1

schisslaweng

(Stefan Pannor)

Panini Comics, 64 S.; € 9,99
Leseprobe unter: http://www.mycomics.de/comic/8241-schisslaweng-band-1-schissla-was.html

http://www.schisslaweng.net/
http://www.marvcomics.com/category/schisslaweng
http://marvinclifford.com/schisslaweng/
https://www.facebook.com/marvincliffordartist

Nominierung 2015 (5): Aike Arndt „Das Nichts und Gott“

Sätze, die ich schon immer mal schreiben wollte: Gott ist wieder da.

Vor zweieinhalb Jahren hatte ich auf SPIEGEL-Online gefleht, Arndt möge schnell einen zweiten Band seiner Gott-Abenteuer machen, in denen der Weltenschöpfer ein fassförmiges Wesen ist (Frage: wen hat er da nach seinem Ebenbild geschaffen? Die Tonne?), der Geranien ganz gern hat, jedenfalls lieber als Menschen, und der sich im Clinch mit Bergen und Seen und überhaupt mit der Schöpfung durch den Alltag schlawinert.

Mit Logik und Vernunft ist diesen Comics nicht beizukommen, sie sind in der direktesten Bedeutung des Begriffs phantastisch. Es sind Comics, in denen die Dinge keinen Sinn ergeben, sondern Sinn noch gemacht wird – von Hand, von Arndt, von Gott. Das kann gern so weitergehn.

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(Stefan Pannor)

Zwerchfell, 68 S., 12,00€
http://zwerchfellverlag.de/das-nichts-und-gott/
http://www.aikearndt.de/dnug/

Nominierung 2015 (4): Peter Puck „Rudi – Fett & komplett“

Dieser Band belegt, wie sehr Peter Puck der Comiclandschaft fehlt. Vor rund zehn Jahren beendete er seine monatlichen „Rudi“-Strips, die davor fünfzehn Jahre in diversen Stadtmagazinen gelaufen waren.

Anfangs noch deutlich geprägt von der Underground-Szene der Siebziger- und Achtzigerjahre, mit deutlichem Sponti- und Anarchohumor, entwickelte Puck die Abenteuer des ewigen Punk Rudi nicht nur grafisch innerhalb weniger Jahre bis in atemberaubende Höhen fort, sondern mehr noch erzählerisch: ausgehend von einem festen Figurenpersonal, wurden die Strips zur Chronik des deutschen Zeitenwandels in den Neunzigerjahren, von galligem, zynischen und tiefschwarzen Humor, der vor allem in den Dialogen zum Ausdruck kam, mit denen Puck jede einzelne seiner penibel durchkonstruierten Seiten zufplasterte.

Kein deutscher Comic vor oder nach „Rudi“ hat die Gagdichte jener Onepager erreicht, die sich in extrem kompakt verstautem und verschachteltem Bild- und Wortwitz zeigte. (Einzig Fils „Didi und Stulle“ kommt dem vielleicht halbwegs nahe.) Puck, schon zu Laufzeiten des Strips erfolgreicher Grafiker, hat sich inzwischen ganz vom Comic losgesagt.

Einziger neuer Beitrag des Buches: eine Rahmengeschichte, in deren Verlauf eine Vielzahl Zeichner Puck Tribut zollen, und die – wie passend! – mit einem leeren Panel endet. Wirtschaftlich ist Pucks Entscheidung im Comicentwicklungsland Deutschland nachvollziehbar. Als Comicfan möchte man jedoch rufen: Herr Puck, kommen Sie zurück, wir brauchen Sie!

rudi-gartenzwerg

 

(Stefan Pannor)

Egmont Comic Collection, 368 S.; € 39,99
http://www.peter-puck.de/pp_home.html
http://www.rudi-comic.de/

Nominierung 2015 (3): Thomas Bunk – „Von Berlin Nach New York“

Schon der Tonfall klingt märchenhaft: „Noch vor Berlin, da lebte ich in Hamburg.“

Das „ich“ ist Tomas Bunk, und das Unglaubliche kommt danach: wie er sich vom Berliner Bohemé und Hinterhofkünstler zum international gefragten Illustrator hocharbeitet, der nicht nur dabei war, als sich eine deutsche Underground-Comic-Szene entwickelte, sondern später sogar direkt in Amerika für „MAD“ und Art Spiegelmans „RAW“ arbeitete (was er heute noch tut).

In Deutschland galt Bunk trotz beachtlicher Erfolge in den Achtzigerjahren lange Zeit als vergessen, erst der Abdruck von zwei Staffeln autobiographischer Strips 2008 und 2014 in der FAZ brachte ihn wieder ins Gedächtnis der hiesigen Comiclandschaft. Es sind die Strips, die in diesem Buch gesammelt sind, und sie beweisen Bunk als Bindeglied zwischen amerikanischen Comicrevoluzzern wie Crumb und Shelton einerseits und deutschen Wilden wie dem frühen Volker Reiche und Bernd Pfarr andererseits (beide treten im Band auf), der nicht nur Erstaunliches zu erzählen hat, sondern auch extrem versiert darin ist, es zu tun. Ohne antiquiert zu wirken, atmen die Strips den Geist und die Wildheit der Siebziger- und Achtzigerjahre, gleichzeitig eine erzählerische Frische und Unschuld, die mancher allzusehr durchdachten modernen Graphic Novel fehlt. Ein witziges, konzentriertes, vor allem aber sehr amüsantes Lesevergnügen.

(Stefan Pannor)

Bung-Gartenzwerg

Comicplus+, 64 S.; €9,00
http://bunkart.blogspot.de/

Nominierung Februar 2015: Sandy Schmied/André Martini: Leipzig: Stadtführer für Kinder

nominierungmartiniLangweilige Stadtführer für Kinder waren GESTERN! Sandy Schmied/André Martini: Leipzig: Stadtführer für Kinder
„Schluss mit Langeweile! Wir gehen auf Entdeckungstour!“ Dieser Band macht auf unterhaltsame Weise mit der Stadt vertraut und ist der ideale Begleiter in Sachen Spiel und Spaß. Er enthält Bilder und Geschichten der Stadt, außerdem Aufgaben und Rätsel und führt zu den Lieblingsorten kleiner Leipziger: an die Badeseen, zum Kletterwald, in den Park oder eines der Museen. Spielerisch wird die Umgebung erforscht, in den Passagen der Innenstadt oder dem Clara-Zetkin-Park. Kennenlernen kann man bei dieser Leipzig-Tour stadtbekannte Leute und viele spannende Orte.“
So weit der schlichte Backcovertext dieses Stadtführers für Kinder. Und nun fragt man sich mehr oder weniger besorgt: Fällt den Comicgärtnern nichts mehr ein? Ein Kinderstadtführer? Ist das noch Comic?
Und ich gebe zu: Ganz uneigennützig ist diese Nominierung nicht, geht es doch diesmal einfach mal um die STADT DES COMICGARTENS, um LEIPZIG.
Und ANDERS als andere Festivals mit ihren Nominierungen waren wir schon IMMER, wollen wir auch sein…!
Dieses Buch ist besonders. Man merkt der Autorin, Sandy Schmied, und dem Zeichner, André Martini, an, dass sie sich einfach mal in ihrer Stadt auskennen, sie (er)leben. Die Locations, welche die Beiden hier ausgewählt haben, sind genau die, die man selbst als liebenswert empfindet und da ist eben nicht nur von Bekanntem die Rede, vom Zoo oder Belantis, sondern auch bspw, von „Zierlich Manierlich“, einem eher unscheinbaren, aber verträumten (DOCH! Das gibt es!) Imbisswagen am Richard-Wagner-Hain. Sandy arbeitet u.A. für ein Leipziger Stadtmagazin und André ist für mich einer der BESTEN, aber leider (noch?) zu Unrecht unterrepräsentierten Comiczeichner Leipzigs. Und da schließt sich der Kreis: Martinis klarer Comicstrich prädestiniert den Kinderstadtführer geradezu für eine Nominierung für unseren Goldenen Comicgartenzwerg!
Kleiner Wermutstropfen: Die Russische Kirche wird erwähnt und gezeigt, unser COMICGARTEN am gleichen Ort )noch) nicht. KAUFT das Buch, eine Neuauflage KÖNNTE das ändern!
Wir gratulieren zur Nominierung!
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Edition Leipzig; ISBN-10: 3361007097, 80 Seiten, EUR 14,95

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Nominierung Januar 2015: Fabienne Loodts/Saskia Petermann: Karl der Große

nominierungjanuar20152014 war Karlsjahr – sein Todestag jährte sich zum 1.200ersten Mal. Das brachte viele Zeitungsartikel, Bücher und Dokumentationen hervor. Und diesen Comic, der heraussticht, weil er als einer der wenigen zugibt, was wir alles nicht über Karl wissen.

Die Zeigepflicht des Comics kann Verführung und Bürde zugleich sein – und manchmal auch Chance. Alles drei ist sie in „Karl der Große“.

Das Buch ist weniger Biographie als vielmehr Sittenbild des Frankenherrschers und seiner Zeit. Es ist auch gar nicht so sehr Comic im konventionellen Sinn: kürzere und längere Erzählstrecken wechseln sich ab mit doppelseitigen Tableaus, erklärenden Lehrbuchseiten, wenig bis gar nicht illustrierten Texten.

Die Illustrationen, das vorweg, sind wundervoll, fein ziseliert, von einer unterkühlten Distanziertheit. Die Comicsequenzen sind etwas hakelig, nicht völlig stilsicher, diese oder jene Sprechblase sicher unnötige Ablenkung. Dennuch funktioniert das Zusammen spiel aus Text und Comic und illustriertem Buch aufgrund seiner Formenvielfalt, die eben auch gestattet, zu jedem Sujet die Form zu wählen, bei der man sich am sichersten fühlt.

Das alles im Sinn eines hochunsicheren Themas: des Herrschers, der ein europäisches Großreich schuf und eine Großfamilie um sich scharte. Dessen Leben zwar leidlich gut, aber in verschiedenen Quellen widersprüchlich überliefert ist. Von dem Bildnisse existieren, von denen man annehmen muss, dass sie gar nicht Karl selbst zeigen.

„Karl der Große“ macht das Beste aus der vertrackten Lage, indem es vor allem erklärt, was man nicht weiss. War Karl vier oder fünfmal verheiratet – und mit wem eigentlich? Wollte er Kaiser sein, wurde es ihm nahegelegt oder mit Mitteln der Realpolitik aufgezwungen? Wer waren seine Kinder? Wo liegt seine Leiche?

Und vor allem: wie sah er aus? Das Buch beantwortet die Frage nicht. Es zeugt von Mut, die Titelfigur des Buches praktisch nicht zu zeigen, oder wenn, oft genug von hinten. Karl der Große ist eben auch Karl der Anonyme, Karl der Fragen-aufwerfende.

Die Bürde, zu zeigen, wovon man erzählt, lässt das Buch elegant links liegen – die Verführung auch. „Karl der Große“ zeigt nur, was man zeigen kann, was leidlich belegt ist.

Daraus ergibt sich die zersplitterte Natur des Buches, und auch der Wechsel zwischen den Formen, womöglich gar Medien, das Chargieren zwischen Sachbuch und Comic ist völlig schlüssig, womöglich sogar notwendig, um aus einer unsicheren Quellenlage eine überzeugende Biographie zu gestalten.

Wir gratulieren zur Nominierung!

Autor; Stefan Pannor

Fabienne Loodts/ Saskia Petermann: Karl der Große
wesentlich.verlag, 148 S.; €24,90

Nominierung Dezember 2014: Ulf K.: Geschichten vom Herrn Keuner

nominierungkeunerBertolt Brecht und Ulf K.

Geschichten vom Herrn Keuner

Er sei „der größte Dramatiker des 20. Jahrhunderts“, sagte Marcel Reich-Ranicki einst über Bertolt Brecht. Und Ranicki, der größte Literaturkritiker des 20. Jahrhunderts, kannte sich schließlich aus.

Otto Normalverbraucher hingegen kann sich vielleicht gerade noch dunkel daran erinnern, während der Schulzeit irgendwas von Brecht gehört und, wenn es gut kommt, gelesen zu haben. Bei der „Dreigroschenoper“ fällt dann der Groschen. Eventuell auch bei „Mutter Courage“ und „Frau Carrar“.

Wer im Osten Deutschlands aufwuchs, schmetterte womöglich zum 1. Mai „Vorwärts und nicht vergessen, worin unsre Stärke besteht…“ – Brechts „Solidaritätslied“ (vertont von Kurt Eisler) aus dem Film „Kuhle Wampe“, bei dem Brecht am Drehbuch mitschrieb.
„Man muss schon Schnaps getrunken haben, eh man vor deinem Leibe stand, sonst schwankt man ob der trunknen Gaben, von schwachen Knien übermannt…“ – auch das ist Bertolt Brecht, der 1997 Dank Udo Lindenbergs musikalischer Interpretation seiner Liebesgedichte nicht zum ersten Mal Einzug in die Popkultur hielt.

So langsam schwant einem: Auch wenn man kein Theater- oder Literaturfachmann ist, kennt man doch mehr vom Brechtschen Werk, als man zu hoffen wagte.

Und nun begegnet uns Brecht sogar in Comicform wieder. Der großartige Ulf K., Grafiker, Comiczeichner und selbst ein grandioser Geschichtenerzähler, hat es geschafft, Brechts philosophische Texte um den fiktiven Herrn Keuner bildlich in Szene zu setzen. Mit seinen gewohnt charmanten klaren Zeichnungen gelingt es Ulf K. ausgezeichnet dem Leser aufzuzeigen, wie aktuell Brechts Gedanken, die er vor mehr als einem halben Jahrhundert Herrn Keuner in den Mund legte, heute noch sind und auch in Zukunft sein werden.

Von den insgesamt 87 Keunergeschichten hat Ulf K. 34 adaptiert. Darunter sind 4 Geschichten vom Herrn Keuner, die Ulf K. selbst mit einem Titel versehen hat, da dieser bei Brecht bislang fehlte. Erschienen sind die Comics erstmals in Stripform im Feuilleton der F.A.Z. vom September 2013 bis zum Januar 2014.

Und wie sieht er nun aus, dieser Herr Keuner? Na klar – wie eine perfekte Bertolt-Brecht-Comicfigur! Und somit setzt Ulf K. dem größten Dramatiker des 20. Jahrhunderts ein rundum gelungenes Denkmal.

Wir gratulieren zur Nominierung!

ali

Erschienen: 18.08.2014
suhrkamp taschenbuch 4517
Klappenbroschur, 133 Seiten
ISBN: 978-3-518-46517-2
www.suhrkamp.de/graphic-novel/ulf-k/geschichten-vom-herrn-keuner_1225.html

leseprobe

Nominierung November 2014: Jörg Buttgereit „Captain Berlin“ (2)

cptblnDAS muss einer von den Comics sein, vor denen uns unsere Eltern und Lehrer immer gewarnt haben, einer der Gründe, weshalb Schultaschen auf Schund- und Schmutzliteratur untersucht worden sind, weswegen Tauschaktionen gegen „gute Literatur“ ins Leben gerufen wurden oder das Streichholz an den Comicscheiterhaufen gehalten wurde:
JÖRG BUTTGEREITS „CAPTAIN BERLIN“! Ein Heft, das von Gewalt, Sex und (nicht mal Neo-) Nazis trieft! Doch HALT! Es stammt nicht aus den Fünfzigern! NOCH wurden keine klugen Aufsätze darüber verfasst, so wie damals, als Donald Duck in „Der Fuehrer’s Face“ seinen Beitrag zum Ende des zweiten Weltkrieges leistete. Das hier ist Past-Fiction, erschienen 2014!

In CAPTAIN BERLIN #2 geht es weiter mit der Geschichte des Superhelden … Der grause Germanikus marschiert, wenn Hitler befiehlt: „CAPTAIN BERLIN muss sterben!“
Außerdem im Heft: Ein Jahrhundert lang war sein Leichnam eine museale Kuriosität … doch nun versuchen geheimnisvolle Mächte sich seiner zu bemächtigen! Was geht vor in London? Erfahrt es in CAPTAIN BERLIN und der Elefantenmensch!

Das hat doch alles, was man sich wünscht, wenn man einfach mal gut unterhalten sein möchte: Ein wenig Schocker, ein wenig Horror und ganz viel Retro. Das hat keinen Graphic-Novel-Tiefgang, lässt uns aber amüsiert zurück und ist genau das Richtige für alle, die auf Superheldenklischees, Trash und Pulp stehen. Und Gottseidank sind das immer noch GANZ VIELE Comicfans.      -thowi-

Wir gratulieren zur Nominierung!

Autor: Jörg Buttgereit
Illustrator: Rainer F. Engel, Martin Trafford, Fufu Frauenwahl
Herausgeber: Levin Kurio
Verlag: Weissblech Comics
Format: broschiert
Seitenzahl: 36
Erschienen: Oktober 2014
ISBN 13: 978-3869590325

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Nominierung Oktober 2014: Ulf Salzmann: Pillen, Rusz & Ratten

nomokt14Scheinbar vergessene Menschen und ihre Schicksale stehen im Mittelpunkt von Ulf Salzmanns neuen Geschichten, die aus den Schatten seiner Kindheit hervortreten und in seinen Kurz¬comics ihre Stimme finden.
Ob Fahnenflucht, Phobien, Mobbing oder Freitod – diese Schicksale werden wohl niemanden unberührt lassen. So extrem die Geschichten auch erscheinen, das wirklich Erschreckende ist: Sie alle sind wahr.
Ulf Salzmann erzählt in seinem Webcomic „Flausen“ regelmäßig kurze Episoden in vier Panels. Dass er auch andere Formate „kann“, beweist er nun mit seinem Comic „Pillen, Rusz und Ratten“.
In 5 Episoden begegnet uns ein völlig anderer Ulf Salzmann, als man ihn aus den eben erwähnten „Flausen“ kennt: Nachdenklich, sehr melancholisch. Seine tragischen Geschichten sind von einer großen Erzähldichte und reißen mit, regen zum Nachdenken über Ängste und Lebensschicksale an.
Interessant sein Panelaufbau: Meist „überdecken“ erklärende Fließtexte zusätzlich die Sprechblasen, dies fördert das Leseverständnis, ohne als „zu viel des Guten“ empfunden zu werden.
Das eher sehr düster und bedrückend wirkende Cover drückt die Tragik der Geschichten auf hervorragende Weise aus.
Wir empfehlen „Oillen, Rusz & Ratten“ und gratulieren zur Nominierung!

Pillen, Rusz und Ratten
Schwarzer Turm, Juni 2014
Text und Zeichnungen: Ulf Salzmann
64 Seiten, farbig, Softcover mit Klappenbroschur
Preis: 9,80 Euro
ISBN: 978-3934167711

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